1862-1870

Henriette Schmidt, Tochter des Freiburger Stadtrats und Apothekers Schmidt, gründete 1862 den Verein für katholische Dienstmädchen, dessen erster geistliche Vorsitzende Alban Stolz war. Maria Zell war die erste Vorstandsdame.

Im Jahr 1870 gründete der Verein mit dem Kauf eines Hauses in der Konviktstraße das erste St. Marienhaus, welches jungen Frauen Zuflucht bot, die Arbeit oder eine Herberge suchten. In den Folgejahren konnte man ein Grundstück in der Talstraße erwerben.

1879-1886

1879/80 wird das damals neue St. Marienhaus in der Talstraße gebaut und bezogen. Der Träger der Einrichtung war der Verein St. Marienhaus zu Freiburg.

Die „Heranbildungsanstalt für junge Dienstboten“ St. Agnes wird 1886 vom Marienhausverein im Gebäude Talstraße 29 (im Garten des Marienhauses) gegründet. Während des Ersten Weltkriegs wird das Haus als Lazarett genutzt und 1919 wieder aufgelöst.

Parallel dazu erwirbt der Frauen-Vinzenz-Verein ebenfalls 1886 von der Pfarrei St. Johann ein Anwesen in der Kirchstraße 16 (das spätere St. Antoniushaus) und nutzt dieses zunächst als Krankenpflegeeinrichtung.

1890-1900

1890 kann man angrenzende Grundstücke in der Tal- und Scheffelstraße zur Expansion des Marienhauses für die spätere Erweiterung erwerben.

Als einer der ersten Vereine überhaupt lässt sich der Verein St. Marienhaus in das Vereinsregister Band I, Nr. 4 eintragen. Dadurch wandelte sich die Einrichtung im Jahr 1900 von einer Körperschaft zu einem privatrechtlichen Verein.

1913-1925

In den Jahren 1913 und 1914 wird das baufällige Sankt Antoniushauses in der Kirchstraße abgerissen und ein neues Hauses mit mehr Kapazitäten errichtet.

Ab 1919 wird das St. Antoniushaus als Altersheim genutzt.

1925 gründet der Verein St. Marienhaus in der Röderstraße das Dienstbotenheim St. Notburga. Nach Abschluss umfangreicher Umbaumaßnahmen im Jahr 1928 bot es Übernachtungsmöglichkeit für arbeitssuchende Mädchen .

1927-1928

1927 wird St. Agnes umgebaut und erweitert. Im Zweiten Weltkrieg diente das Haus erneut als Lazarett, bevor nach Kriegsende die Barmherzigen Schwestern des hl. Vinzenz von Paul dort Unterkunft fanden. 1950 wurde St. Agnes aufgelöst.

1928 wird das St. Marienhaus umfassend erweitert. Danach diente es ausschließlich als Wohn- und Pflegeheim für damals schon 158 ältere Menschen.

1931-1950

1931 wird das St. Antoniushaus an den Gemeindeverein St. Johann verkauft.

1944 wird das St. Notburgaheim bei einem Luftangriff auf Freiburg zerstört. Übergangsweise mietete man Räume in der Vaubanstraße.

1950 Umzug des Dienstbotenheims St. Notburga in die leerstehenden Räume des ehemaligen Mädchenheims St. Agnes.

1953-1960

1953 und 1954 wird das St. Antoniushaus in der Kirchstraße um das Gebäude Kirchstr. 14 erweitert. Das Haus beherbergte nun 55 Senioren.

1960 erweitert man das St. Antoniushaus nochmals durch den Zukauf des Hauses Kirchstraße Nr. 12. Es folgte eine notdürftige Renovierung.

1969-1974

1969 und 1970 werden die alten Gebäude des St. Antoniushauses abgerissen. Es ensteht ein Neubau mit 42 Zimmern.

1974 wird das Dienstbotenheim St. Notburga als solches aufgegeben.

1975-1994

1975 übernahm der Stiftungsrat der Pfarrei St. Johann den Verein St. Marienhaus.

Ebenfalls 1975 übernahm der Gemeindeverein St. Johann die Immobilie St. Notburga. Das Haus diente anschließend als Unterkunft für das Personal des St. Marienhauses und beherbergte eine Wäscherei sowie einen Bügelraum. Heute befinden sich dort mit dem Heinrich-Hansjakob-Haus eine Begegnungsstätte für ältere Menschen sowie die zentrale Verwaltung des Marienhaus St. Johann e.V.

1994 ging das St. Marienhaus in den Besitz des Gemeindevereins St. Johann über. Der Betriebsträger wurde der St. Marienhaus e.V.

1995-1998

1995 wird die St. Marienhaus Altenhilfe GmbH Träger des St. Marienhauses.

1998 übernimmt der Verein St. Marienhaus wieder die Trägerschaft des St. Marienhauses.

1999-2002

1999 wurde festgestellt, dass eine Sanierung des St. Antoniushauses nicht möglich ist. Die Bewohner sollen in ein neues Marienhaus umziehen. Es folgen erste Planungen für das neue St. Marienhaus.

2002 fusionieren die beiden Vereine St. Marienhaus und Gemeindeverein St. Johann zum heutigen Verein Marienhaus St. Johann e.V.

2004-2006

Nach Durchführung einer Machbarkeitsstudie und Förderzusagen der Stadt Freiburg und des Landes Baden-Württemberg erfolgt 2004 der Baubeginn des neuen, heutigen Marienhauses.

2006 waren die ersten beiden Bauabschnitte fertiggestellt, sodass die Bewohner des alten Marienhauses ein- bzw. umziehen konnten. Anschließend wurde das bisherige Gebäude entkernt und abgerissen.

2007-2008

Der Rohbau des dritten Bauabschnitts ist 2007 fertiggestellt.

2008 wurde das St. Antoniushaus in der Kirchstraße endgültig aufgegeben und das Haus an die Firma Gisinger verkauft, die es abriss und auf den Grundstücken Wohnhäuser errichtete.

Im Januar 2008 ziehen die Bewohner des St. Antoniushauses nach dessen Aufgabe in den Neubau in der Talstraße.

Die endgültige Fertigstellung und feierliche Einweihung des neuen St. Marienhauses erfolgten im April 2008.

Abbildungsnachweise: Architekturbüro Huller Freiburg, Archiv St. Marienhaus e.V., Waldemar Birk Mannheim, Erzbischöfliches Archiv Freiburg, Wolfgang und Lilo Herterich Waldkirch, Kath. Kirchengemeinde St. Johann Freiburg, Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz von Ingenbohl in Hegne, Littenweiler Dorfblatt, Münsterbauverein Freiburg, Stadtarchiv Freiburg, Hans-Peter Widmann Ebringen