1450

Das Stahlbad kann auf eine jahrhundertealte, teils sehr prominente Geschichte zurückblicken. Im 15. Jahrhundert gelangte es in den Besitz von Hans Ulrich Mayer von Freiburg und später in den des Grafen von Sickingen.

1841-1860

Bereits 1841 wurde das Bad im Bäderverzeichnis erwähnt, nachdem seine Heilkraft durch beeindruckende Zeugnisse chronisch kranker Patienten bestätigt worden war. Das noch heute stattliche Gebäude wurde um 1844 als Gast- und Badehaus für Heilungssuchende und Erholungsbedürftige neu erbaut.

1860 ließ der damalige Besitzer Karl Hensler die Quelle des Stahlbads neu fassen, um das "Beifließen gehaltlosen Wassers" zu verhindern. Weitere Besitzer des Kurhauses waren Mina Steiert und ihr Schwiegersohn.

1920-1945

Frau Steiert verkaufte das Anwesen am 14. Juni 1920 an die Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom III. Orden des hl. Franziskus in Gengenbach. Zunächst diente das Haus als Heim für ältere Ordensschwestern.

Ab 1938 wurde das Stahlbad wieder für Erholungssuchende geöffnet. Mit älteren Besuchern, die den Wunsch äußerten, länger bleiben zu dürfen, begann die eigentliche Geschichte des Stahlbad-Pflegeheims.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Haus als Frauenklinik genutzt, und viele "echte Littenweilermer" wurden dort geboren.

1951 / 2000

1951 übernahm die Kongregation das Haus wieder unter eigener Führung und führte es als Altenheim für zunächst 30 Bewohnerinnen und Bewohner. Über die Jahre wurden umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt.

Im Jahr 2000 entstand ein Anbau mit Zimmern, die über WC, Dusche und Balkon verfügten. Auch die Bäderabteilung wurde renoviert und modernisiert, allerdings 2009 aufgegeben, um Platz für weitere Bewohnerzimmer zu gewinnen.

2016

Fast 100 Jahre lang gehörte das „Stahlbad“ im Stadtteil Littenweiler dem Orden der Barmherzigen Schwestern aus Gengenbach. 2016 übergaben die Franziskanerinnen die Altenpflegeeinrichtung an den Verein „Marienhaus St. Johann“.

2019-2024

2019 wurde der 19 Jahre zuvor entstandene Anbau abgerissen, da das Gebäude stark sanierungsbedürftig war und die Kosten für eine umfassende Renovierung, einschließlich der Einhaltung neuester rechtlicher Vorgaben wie Brandschutz, sehr hoch gewesen wären.

Heute sind in den oberen Etagen Wohngemeinschaften unserer Auszubildenden untergebracht, im Erdgeschoss befindet sich eine Sozialstation.

Nach aufwändigen Planungsverfahren entstand 2022 der Neubau des Wohnheims Stahlbad St. Antonius, das 2023 feierlich eingeweiht wurde.

Abbildungsnachweise: Architekturbüro Huller Freiburg, Archiv St. Marienhaus e.V., Waldemar Birk Mannheim, Erzbischöfliches Archiv Freiburg, Wolfgang und Lilo Herterich Waldkirch, Kath. Kirchengemeinde St. Johann Freiburg, Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz von Ingenbohl in Hegne, Littenweiler Dorfblatt, Münsterbauverein Freiburg, Stadtarchiv Freiburg, Hans-Peter Widmann Ebringen